(Im)Possible Futures in der Galerie Christoph Dürr


artDate-Auftakt 2020

München, 14.01.2020 // München-Neuhausen, Hübnerstrasse 5. Ausstellung und Buchvorstellung beim Verein Freunde der Buchdruck-Werkstatt und Galerie Christoph Dürr, Eldorado der Kunst- und Druckkultur.

50 Künstler*innen haben unter dem Motto ImPossibleFutures ihre Werke kuratiert, reproduziert, mit Textbeiträgen ergänzt, bleigesetzt, buchgedruckt und matt-rot eingebunden. Katalog-Exemplar Nr. 78 ist meiner. Ein Wertstück.

Hans-Peter Söder eröffnet auf dem Stuhl stehend und mit feuriger Laudatio den Abend im überfüllten »Laden«. Kunst, Freiheit, Zukunft? Rousseau, Baudelaire, Spengler? Inspirationen und Reflektionen zwischen Kunst- und Druckwerken, Original-Heidelbergern und Lintotypemaschinen.

ImPossibleFuture in Neuhausen. Die Ausstellung läuft bis 29. Februar 2020.
Danke, Peer, für diese artDate-Anregung!


40 Jahre Vogue Deutschland


Ist das Mode oder kann das weg?

Wir »feierten« den 40. Geburtstag der deutschen Vogue in der Villa Stuck zusammen mit Museumsleiter und Kurator Michael Buhrs, der uns durch die Ausstellung führte. 

Karl Lagerfeld ist ein ganzer Raum gewidmet, der sehr persönlich von Christiane Arp gestaltet wurde und eine mit Keramikblüten und Pailetten bestickte Haute-Couture-Robe zeigt, die Karl Lagerfeld kurz vor seinem Tod für Chanel entworfen hat.

Im ersten Raum, dem ursprünglichen Atelier von Franz Stuck, werden wir in den Kosmos Vogue eingeführt. Im nächsten Raum erleben wir, wie die Cover-Motive aus 40 Jahren, auf Stoff geplottet, plötzlich dreidimensional werden und zu Selfies einladen. Auf­fällig ist die Typografie der Ausstellung, die scheinbar selbst­verständlich mit der vor­gegebenen Innenraum­gestaltung verschmilzt, was besonders beim Raum mit dem geschichtlichen Abriss auffällt.

Der Zukunftsraum (What’s next?) wird von der Kunstuniversität Linz betreut und ist mein persönliches Highlight. Die Studentin Miriam Eichinger erforscht die Herstellung von Garnen aus Bakterienzellulose. Ihre Kommilitonin Belinda Winkler hat eine Maschine entwickelt, die Garne zu dreidimensionalen Formen wickelt. Per Newsletter werden wir informiert, wann die Studierenden anwesend sind, um ihre Projekte vorzustellen. Wir werden dabei sein und neugierig erfahren, wie die Stoffe der Zukunft entstehen könnten.

Text: Helga Schörnig
Foto: Andreas Sebastian Müller

Design mit Herz, Holz und Säge


Besuch im Atelier von Jörg Herz am Donnerstag, 11. Juli 2019.

Um eine Kettensäge auszuleihen, benötigt man einen Kettensäge-Führerschein! Jörg Herz umging diese Tatsache, indem er sich gleich eine Kettensäge kaufte, um sein erstes Werk (eine Auftragsarbeit für einen Kunden) auszuführen. Dies sollte der Beginn einer großen Leidenschaft werden.

Im Atelier werde ich gleich am Eingang von verschiedenen Holzfiguren angezogen, die Müllmänner darstellen. Das neonfarbige Orange hält mich gefangen, ich kann den Blick nicht davon lassen. Und die Hände, groß und grau wie Boxhandschuhe, lassen einen unwillkürlich schmunzeln. Das Holz, grob mit der Kettensäge bearbeitet, lässt mich die Muskeln der Männer spüren.

Die Stunde im Atelier mit Jörg Herz vergeht wie im Fluge und wir erfahren, wie Bronzeabgüsse von Figuren hergestellt werden können, wie er Menschen als Holzfigur portraitiert und mit welcher Leidenschaft und grafischem Gespür er an seinen Figuren arbeitet.

Zum Abschluss lernen wir eine ganz besondere Skulptur kennen, die lebensgroß im Flur steht und für uns enthüllt wird. Es ist das Abbild einer Turmspringerin und wir erfahren, dass diese Holzfigur bald auf dem Dach des Hauses stehen soll. Für die Installation auf dem Dach sind viele Behördengänge nötig gewesen und es sind Kosten entstanden, für die jetzt per Crowdfunding das Geld gesammelt wird.

Unter www.startnext.com/turmspringerin kann jeder Jörg Herz unterstützen und wir drücken ihm die Daumen, dass bald am Ostbahnhof diese tolle Frau auf dem Dach uns allen entgegenspringt.

Großer Applaus von uns allen!

Text: Helga Schörnig
Fotos: Andreas Sebastian Müller

Paul Renner – Buchgestalter, Typograph, Maler. Einblicke in der Universalbibliothek der LMU.


Seine bahnbrechende Schriftschöpfung Futura kennen wir. Sein Werk als Buchgestalter, Maler oder politisch handelnder Zeitgenosse in Zeiten von Bauhaus und Nationalsozialismus kann man jetzt kennenlernen: Universaltalent Paul Renner und seine Arbeiten in seiner Zeit.

Noch bis zum 26. April 2019 ist dieses Ausstellungsprojekt von Studierenden des Instituts für Deutsche Philologie zu sehen (Ausleihhalle Universalbibliothek LMU München, Geschwister Scholl Platz 1, Mo-Fr 9 – 22 Uhr).