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Gestaltung, die allen gut gefällt, ist wirkungslos.
Jochen Rädeker, tgm-Vortrag am 14.2.2012

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Buchbesprechung

Farbtonrezepte übertragen

Rudolf Paulus Gorbach
29. August 2012
Wie Farben wirken, ist tradi­tionell ein Streitpunkt – in der Druck­vorstufe messen wir lieber. Aber es gibt eine ältere künst­le­rische Tradition, die auf ästhetisch empfundene Erfah­rungen setzt. 128 Farben mit besonderem Gebrauchswert für Archi­tekten stellt Katrin Trautwein vor.

Viele der Farben stammen aus Le Corbusiers »Farben­klavier«. Zu jeder Farbe gibt es eine Beschreibung, woher die Farbtöne stammen und auch eine kleine Geschichte zu den Pigmenten, die für diese Farben eine wichtige Rolle spielen. Für Designer sind jeweils die Annä­he­rungen an CMYK und RGB enthalten. In der kurzen Einleitung wird manches zur Farb­wahr­nehmung und -anwendung rela­tiviert. Allein das macht den Band lesenswert.

»Der Vergleich [der Farb­nuancen] mit einem Gour­metmenü oder einem Spit­zenwein ist nicht falsch, denn sie alle beein­flussen unmit­telbar unser Wohl­be­finden«, schreibt die Autorin. Inter­essant sind zum Beispiel auch die Aspekte zur Gruppe der weißen Farben. Denn die von uns so geliebte klas­sische Moderne verwendete nicht die hoch­weißen, sondern durchaus gebrochene Weißtöne. Und dass diese hoch­weißen Töne in der heutigen Papier­pro­duktion so domi­nieren, liegt viel­leicht an der Unkenntnis von Wahr­nehmungs- und Lesbar­keits­fakten.

128 Farben.
Ein Musterbuch für Archi­tekten, Denk­mal­pfleger und Gestalter.
Katrin Trautwein
296 Seiten, Spiral­bindung.
Birk­häuser Verlag, Basel 2010.
ISBN 973–3–0346–7

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