»Tue Gutes und rede darüber«, ein Credo, dem auch in der Design- und Kommunikationsbranche manch einer folgt. Manche hören sich am liebsten hauptsächlich reden, andere engagieren sich und bewegen etwas.

Doch nur wenige können so viel Engagement für Schrift und Typografie vorweisen wie Herr Eckehart SchumacherGebler (kurz: ESG). Dank seines umfangreichen und tiefgehenden Wissens kann ESG aber auch profund über seine Herzensthemen sprechen. Wegen seines unermüdlichen Schaffens für unsere Branche erhält ESG zurecht nun auch den renommierten Gutenberg-Preis der Stadt Mainz und der Gutenberg-Gesellschaft.

Auch die Typographische Gesellschaft München hat Eckehart SchumacherGebler viel zu verdanken; folgerichtig ist er seit 4. April 2019 selbstverständlich auch tgm-Ehrenmitglied. Susanne Zippel hat hierzu eine umfangreiche Laudatio gehalten – eines der persönlichsten und besten Texte über ESG, das ich kenne (dem ist eigentlich nicht sehr viel hinzuzufügen, weshalb dieser Beitrag hier einfach verlinkt ist).

Doch das Engagement von Herrn SchumacherGebler (er schreibt sich in der Tat ohne Bindestrich) alleine für die Typographische Gesellschaft München ist kaum zu beziffern.

Viele, zum Teil ebenfalls prämierte Drucksachen der tgm wurden bei SchumacherGebler ab 1967 gesetzt und teilweise auch gedruckt, unter anderem:

  • »Johannes Tzschichhold / Iwan Tschichold / Jan Tschichold« (Hrg. Philipp Lidl, 1976),
  • »Hermann Virl« (Hrg. Philipp Lidl, 1980),
  • »Buchillustration – heute: Da gibt’s nur wenig zu lachen« (Kurt Löb, 1984),
  • »Aus Rede und Diskussion 7: Wie man liest« (Jan Philipp Reemtsma, 1984),
  • »Schnurriges« (Wolf-Dietrich Schnurre, 1987),
  • »Jahresprogramm der tgm 1987/88«,
  • »Festvortrag: Zum 100jährigen Bestehen der Typographischen Gesellschaft München« (Dr. h.c. Heinz Friedrich, 1990).

Nicht zu vergessen sind auch die Vortrage ESGs vor der tgm:

  • »Imprinta Report. Trends – Erwartungen – Resultate« (im Pschorrkeller am 10. April 1979, u.a. mit ESG),
  • »Eckehart SchumacherGebler berichtet über F. H. Ernst Schneider« (bei Literatur Moths am 18. Februar 2003),
  • »Laudatio für Günter Gerhard Lange ansässig des Designpreises der Stadt München« (Neues Rathaus München, 9. Juli 2003),
  • »ABCDESG – Die Alphabete des romantischen Realisten« (Berufliches Schulzentrum Alois Senefelder München am 6. Mai 2008),
  • »Laudatio zum 70. Geburtstag von Rudolf Paulus Gorbach« (in der BlackBox im Gasteig vor dem Hauptvortrag mit Christoph Gassner am 8. Dezember 2009).

In den Räumen der Setzerei seines Typostudios SchumcherGebler in der Münchner Goethestraße hat er viele Male die tdc-Ausstellungen (mit Begleitung der tgm) gezeigt, also die Design-, Typografie- und Schrift-Prämierungen des Type Directors Club of New York.

Nicht zu vergessen ist das von SchumacherGebler im Jahr 1994 gegründete Museum für Druckkunst in Leipzig, die handwerklich-künstlerischen Drucktechniken vermittelt, und zu dem die Typographische Gesellschaft München von Anfang an ein recht freundschaftliches Verhältnis pflegt. Der ebenfalls von ihm 2013 gegründete Verein für die Schwarze Kunst in Dresden hat sich zur Aufgabe gemacht, die traditionellen Berufe des Schriftgießers, Schriftsetzers und Buchdruckers zu bewahren. Auch hier waren einige von uns bei der Gründung dabei und es ist angedacht, von München aus bald mal wieder eine Fahrt zu diesem für die Schriftkunst sehr wichtigen Ort zu organisieren.

Auch die Typographische Gesellschaft München hat unserem ESG also viel zu verdanken. Wir gratulieren Eckehart SchumacherGebler zum Gutenberg-Preis recht herzlich!


Viele genannte Daten stammen aus dem Buch »Bücher und Drucksachen der tgm von 1949 bis 2009« von Rudolf Paulus Gorbach (2015). Ich danke Rudolf außerdem für die Hilfe und Recherche zu diesem Beitrag!