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Rein in die Werkstatt: München druckt

Michi Bundscherer
7. März 2026
Jedes Jahr am 15. März rückt die Druckkunst in den Mittelpunkt. Bundesweit öffnen Werk­stätten, Ateliers und Ausstel­lungsorte ihre Türen und zeigen, warum tradi­ti­onelle Druck­techniken heute alles andere als bloße Vergan­genheit sind.
Karte mit München-Schriftzug im Hochdruck

Am 15. März 2018 wurden die traditionellen Drucktechniken in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen. Seitdem wird der »Tag der Druckkunst« jedes Jahr an diesem Datum begangen. Im Mittelpunkt stehen Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck, Durch­druck und verwandte künstlerische Verfahren — als lebendige Praxis, die bis heute vermittelt, erprobt und weiterentwickelt wird.

Druckkunst erlebt eine Renaissance nicht trotz der Digitali­sierung, sondern auch wegen ihr. Denn je glatter und flüchtiger digitale Kommunikation wird, desto stärker wächst offenbar das Bedürfnis nach dem Haptischen, dem Langsamen, dem Individuellen. Ein handgesetzter Druck trägt die Spur seiner Entstehung in sich. Das lässt sich nicht simulieren.

Auch in München machen zahlreiche Orte den »Tag der Druckkunst« erfahrbar, viele davon sind tgm-Mitglieder. Die folgende Auswahl ist ein kleiner Auszug. Alle Veranstaltungen bundesweit finden sich unter tag-der-druckkunst.de.

Handsatzwerkstatt Fliegenkopf (Wörthstraße 42, 15. März 2026, 14–18 Uhr) – Seit über 35 Jahren wird hier der Handsatz als lebendiges Handwerk gepflegt. Besucher können einen vorbereiteten Text selbst auf der Abziehpresse oder einem Boston-Tiegel drucken – und den Geruch von Druckerschwärze genießen.

Offizin August & Stehsatz (Neumarkterstraße 20, 15. März 2026, 11–18 Uhr) – neueingerichtete offene Buchdruckwerkstatt: Besucher können beim Handsatz mit Bleilettern und beim Drucken zuschauen, Fragen stellen und selbst ausprobieren, wie aus einzelnen Buchstaben ein fertiger Druck entsteht.

Künstleratelier Amalienstraße 44 (14. März 2026, 12–18 Uhr, 15. März 2026, 12–17 Uhr) – Klassische und experimentelle Drucktechniken: zu sehen sind Farbholz­schnitte (Hochdruck), Radierungen (Tiefdruck) und Siebdrucke, jeweils mit Einblick in Materialien, Werkzeuge und Arbeitsabläufe.

Sendlinger Kulturschmiede (Daiserstraße 22) – Ausstellung »KiS Royal«: Werke Sendlinger Künstlerinnen in verschiedenen Drucktechniken, 8.–28. März 2026. Am 15. März 2026, 17–18 Uhr, offener Stempelworkshop.

Galerie des Radiervereins (Ludwigstraße 7) – Ausstellung »members & guests: king kong kunstkabinett & hochdruck­partner«: Künstlergruppen zeigen Arbeiten im Hoch- und Tiefdruck, 14. März–6. April 2026; Vernissage am 13. März 2026.

Die tgm freut sich, in diesem Jahr als Kooperationspartnerin auf die Veranstaltung von Alain Wohlfarth hinzuweisen. Das ehemalige tgm-Vorstandsmitglied hat sich erst vor wenigen Tagen eine eigene Letterpress-Werkstatt mit Setzgasse und Siebdruck eingerichtet:

handdrucksachen.de (Herzog-Heinrich-Straße 8, 14.+15. März 2026, 11–17 Uhr) – Offene Letterpress-Werkstatt mit breitem Mitmach-Programm: Postkartenmotive auf dem Buchdruck-Tiegel drucken, Walzenpressen des OpenPress-Projekts ausprobieren und Stofftaschen per Siebdruck und Holzlettern bedrucken. Keine Vorkenntnisse nötig, für alle Altersgruppen geeignet. zur Veranstaltung

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