Störrische Bücher oder Beilagen, die vom Segen der Typografie häufig bewahrt bleiben? Deren Geschichte behandelt Jasmin Meerhoff in einer umfangreichen Studie. Geht man davon aus, dass das, was man gestaltet, auch verstanden sein will, so ist dieses Buch wichtig für alle die Beilagezettel, Bedienungshandbücher oder technische Dokumentation gestalten. Dabei handelt es sich um keine Anweisung, wie etwas gestaltet werden sollte sondern gibt Einblick in die Voraussetzungen solcher Produkte. Mit einer Philosophie des Gebrauchs beginnt das Buch, geht aber sehr rasch auf Visualisierungs- und Instruktionsarten über. In einem knappen Überblick werden bildliche Visualisierungen gegenübergestellt. Die Verknüpfung von Bildern und den die Bilder ergänzenden Texten lassen auch Probleme der Rhetorik auftauchen.

 

Dabei geht es immer um den Erwerb neuen Wissens, nämlich über die Funktionen und Eigenschaften des jeweiligen Produktes. In einem Seitenblick wird die Ratgeberliteratur betrachtet, die ja ähnliches wie eine Bedienungsanleitung beabsichtigt. Solche Literatur gibt es bereits schon seit es den Buchdruck gibt. Im Prinzip geht es bei Bedienungsanleitungen und Ratgeberbücher um eine Hilfe zur Selbsthilfe oder auch um Benutzer vor Schaden zu bewahren. Benutzer und Gerät gehen eine Verbindung ein, die durch eine klare Anweisung des Gebrauchs optimiert werden kann oder erst dadurch möglich ist. Dabei werden durchaus die Schwierigkeiten angesprochen, die durch ungenaue Beschreibung oder Missachtung durch den User entstehen.

 

Jasmin Meerhoff
Read me! Eine Kultur- und Mediengeschichte der Bedienungsanleitung.
149 Seiten.
Transcript Verlag Bilefeld, 2011.
19,80 Euro.
ISBN 978-3-8376-1625-5