Vom Schriftzeichen zur KI – die Kunst der Verflachung
Warum spricht alle Welt davon, dass KI-Chatbots mit uns »reden«, mit uns einen »Dialog führen«? Tatsächlich beruht die Interaktion zwischen Menschen und Künstlicher Intelligenz auf dem Austausch schriftlicher Zeichen, die von Chatbots weder sprachlich verarbeitet noch inhaltlich verstanden werden.
Es lohnt sich daher, die Geschichte der Schrift sowie ihre Funktion und Reichweite in den Blick zu nehmen. Ein Grundprinzip zieht sich wie ein rotes Band durch die gesamte Zivilisations- und Kulturgeschichte: Menschen bringen Zeichen auf Oberflächen, auf Tontafeln, Papyrus, Papier, Bildschirmen. Ob wir schreiben, lesen oder rechnen, stets verwandeln wir komplexe Gedanken in flächig angeordnete Zeichen. Diese »Kulturtechnik der Verflachung« macht Wissen vergleichbar, speicherbar und berechenbar.
Computer treiben diese Praxis auf eine neue Stufe: Sie breiten riesige Datenvolumen, die für Menschen Schriftstücke sind, wie auf einer Oberfläche aus, durchsuchen sie nach Mustern und erzeugen daraus neue. KI ist als eine Kulturtechnik der Schrift zu betrachten.
Was folgt daraus für unseren Umgang mit den neuen Technologien? Wenn Künstliche Intelligenz als schriftfundierte Kulturtechnik betrachtet wird, treten unerwartete Aspekte ans Licht.
Prof. Dr. Sybille Krämer
Bis zum Ruhestand 2018 war Prof. Dr. Dr. h.c. Sybille Krämer Professorin für Philosophie an der FU Berlin; jetzt Seniorprofessorin Leuphana Universität Lüneburg. Gastprofessuren an Universitäten in Tokyo, Yale, Santa Barbara, Santiago de Chile, Wien, Zürich. Ehrenpromotion der Universität Linköping/Schweden. Diverse Fellowships im In- und Ausland. Ehemals Mitglied des Wissenschaftsrates, des Scientific Panel des European Research Council (Brüssel) und des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
1 Abend
Ort: Gasteig HP8
Raum Projektor (Halle E)
Hans-Preißinger-Straße 8
81379 München
0 € tgm-Mitglieder & Kooperationspartner – vor Ort oder Online 9 € Nicht-Mitglieder – Online 6 € Nicht-Mitglieder (ermäßigt*) – Online
9 € Nicht-Mitglieder – vor Ort 6 € Nicht-Mitglieder (ermäßigt*) – vor Ort
Max. 80 Teilnehmer:innen
Mit einer Online-Livestream-Anmeldung ist keine Teilnahme vor Ort möglich.
* Ermäßigt gilt ausschließlich für Nichtmitglieder in Ausbildung oder Studium sowie für Senior·innen, Geflüchtete, Erwerbslose und Personen mit Anspruch auf Grundsicherung.
Weitere Hinweise
Bitte reservieren Sie Ihre Karten bis spätestens 15 Uhr am Veranstaltungstag. Tickets für Nichtmitglieder vor Ort (HP8) nur über München Ticket (MT Anmelden).
Tickets für den Livestream: Bitte buchen Sie sich Ihre Karte bis spätestens 15 Uhr am Veranstaltungstag. Sie erhalten am Veranstaltungstag mittags einen Link und Zugangsdaten.
Diese Veranstaltung wurde mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München organisiert.
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