Während der Beginn der Infografik auf das 18. Jahrhundert eingeschätzt wird kam der eigentliche Aufbruch erst mit den modernen digitalen Möglichkeiten und zeigte sich vor allem in der Zeitung USA Today ab 1982 und in Deutschland mit der Gründung der Zeitschrift Focus 1993. Die Autorin des schweren und umfangreichen Bandes »History of Information Graphics« geht jedoch viel weiter zurück und beginnt um 800 (n.Chr.) und das mit einem Plan für das Kloster Sankt Gallen.

Falls Infografiken gut gestaltet sind, vermitteln sie auf übersichtliche Weise sogar schwierige Sachverhalte. Hier kommen die Leistungen von Kartografen, Journalisten, Designer, Statistiker und Wissenschaftler zusammen. 

Mit über 400 Karten, Diagrammen und Zeichnungen findet man einen wunderbaren Querschnitt durch die visuelle Wissensvermittlung. So findet man mittelalterliche Manuskripte bis farbige Druckgrafiken, Pergamentrollen oder Prachtatlanten, handgemalte Diagramme oder digitale Datenkarten. 

Allein die Einleitung unter dem Titel »Linie, Farbe, Fläche, Zeichen gibt schon einen eindrücklichen Überblick, ist dreifach illustriert (da es drei Sprachen gibt wechselsn die Bilder).  

Mit David Rumsey, Michael Friendly, Michael Stoll und Scott Klein sind Experten dabei, die Einblick in ihre einzigartigen historischen Sammlungen geben. Und für Lehrende ist das Werk eine ganz großartige Sammiung von Beispielen, an die man zuvor kaum ran gekommen ist.

Die Autorin Sandra Rendgen ist Autorin und Konzeptentwicklerin, studierte Kulturwissenschaften und Kunstgeschichte und interessiert sich seit jeher für die Querverbindungen zwischen visueller Kultur und Technologie. 

History of Information Graphics
Sandra Rendgen, Julius Wiedemann (Hrsg.)
Hardcover mit 6 Ausklappseiten,
24,6 x 37,2 cm,
462 Seiten
ISBN 978-3-8365-6767-1
Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch
Taschen Verlag Köln 2019
50 Euro