An einem Freitag, dem 13., kurz bevor  die Ausgangsbeschränkungen wirksam wurden, war der „Geburtstermin“ des neuen Magazins Schwarzdenker, konzipiert und realisiert von Victoria Sarapina. Es nimmt sich die oft gar nicht so rosigen Bedingungen zum Thema, die der Berufstand der Kreativen so zu meistern hat. Über den Inhalt zu schreiben, wäre ein eigenes Thema. Schon alleine die Liste der prominenten Autoren ist beachtlich: Der bereits verstorbene Kurt Weidemann mit einem nachgelassenen Text, Prof. Olaf Leu, Dr. Hans Jürgen Escherle, Jost Hochuli und Herbert Lechner, um mit viel Mut zur Lücke nur fünf zu nennen. Wenn man das Heft in der Hand hat, merkt man, was gedruckte Medien alles an Vorzügen bietet: Schwarzer Umschlag, schwarzer Farbschnitt, sehr angenehme Haptik von Umschlag und Innenpapier, es blättert sich gut! Das Layout gut lesbar und vor allem gut gegliedert und ohne bemüht kreative Anwandlungen, aber voll mit liebevollen Details. Die gewählte Textschrift Fleischmann bringt neben ihrer guten Lesbarkeit auch das Quentchen Ausdruck und Individualität mit, das das Auge erfreut und bei allzu gebräuchlichen Schriften vermisst.

Der Abend selbst fand nicht wie angekündigt in der Designschule München, sondern rasch improvisiert in den Räumen der SBS Systemberatung in der Blutenburgstraße statt: In einem der Situation geschuldeten, etwas vermindertem Umfang wurde eifrig sich mit Ellbogen begrüßt (was man damals noch durfte). Extra gekommen waren die bereits erwähnten Olaf Leu und Hans Jürgen Escherle, die nach Begrüßung und Vorstellung des Heftes durch Herausgeberin Victoria Sarapina  über Achsenzeit (Karl Jaspers) und Gespenster (Karl Marx) sprachen, und dabei viel Substanz boten, mehr als an so einem Fest zu erwarten wäre.

Allen Anwesenden, zum Großteil am Heft Beteiligte, merkte man die Begeisterung für das fertige Produkt an. Von der (kleinen) Auflage von 500 Stück sind noch Exemplare über www.schwarzdenker.com zu erwerben. Des öfteren wurde in den angeregten Gesprächen der Wunsch geäussert, der Einzelausgabe weitere Ausgaben folgen zu lassen – man darf gespannt sein, was passiert.

Text: Michael Lang
Fotos: Peer Koop und Victoria Sarapina