1946 bis 1948 gab es keinen Wettbewerb der schönsten Schweizer Bücher. Eine interessante Studie erreicht mich zu diesem Thema aus der Schweiz. Der auf Tschicholds Vorschlag von 1943 zurückgehende Wettbewerb für Schweizer Bücher fand während drei Jahren nicht statt. Das gab jüngst den Anlass für Vorlesungen, einer Ausstellung und der vorliegenden Studie. Nicht stattgefundene Wettbewerbe werden in der Erinnerung von Gestaltern lebendig, was erst einmal seltsam klingen mag. Aber durch die die aufwändig und schön gestaltete grosse Broschur entsteht ein Bild der Jahre, das weit über das »Nicht-Ereignis« hinausgeht. Es entstanden so zahlreiche Quellen zur Buchgestaltung in der Schweiz der Nachkriegszeit und sogar zu unserer Zeit.


Spannend ist, welche Bücher dieser Jahre die befragten Autoren wie Felix Wiedler, Hans Burkhardt, Jost und Ursula Hochuli,julia und Claus Born, Peter Bichsel und viele andere aus dieser Zeit zusammengetragen haben. Oder welche Bücher von heute sie der damaligen Zeit gegenübergestellt haben. So entsteht ein Bild des Widerspruchs zwischen gelebter Tradition in der Buchgestaltung und dem Schweizer Aufbruch. Ich selbst konnte mich erst einige Jahre später für Buchgestaltung interessieren, aber ich bin in dieser Studie vielen Quellen oder »Sehnsuchtsbüchern« aus dem Blickwinkel der deutschen Nachkriegszeit wieder begegnet.

Roland Früh, Corina Neuenschwander (Hrsg.)
Die vergessenen Jahre der schönsten Schweizer Bücher – 1946, 1947, 1948
168 Seiten mit 115 Abbildungen
225 x 329 mm
Klappenbroschur
34 Euro
ISBN 978-3-7212-0862-7
Niggli Verlag, Sulgen 2013