In meinem Bericht über die nun letzte Typo 2018 (tgm-Blog 23. Juli 2018) wünschte ich mir, dass Gerd Fleischmanns Vortrag über Schwitters in Buchform erschiene. Manchmal werden Wünsche Wirklichkeit. Fleischmanns Beitrag ist tatsächlich erschienen, ziemlich erweitert in der Reihe »prinzenstraße« des Niedersächsischen Staatstheaters Hannover.

Hier ist nachzulesen, wie Fleischmann Schwitters Thesen zur Typografie präzise analysiert, auch ihre Selbstverständlichkeiten benennt und wo sie schlichtweg ins Leere greifen können. Allerdings habe ich manche Erläuterungen im Vortrag kritischer in Erinnerung.

Der ganze Band der »prinzenstraße« ist Kurt Schwitters gewidmet. Neben Gerd Fleischmanns Beitrag »Alles Theater? Kurt Schwitters über Typografie« wird in diesem Heft klar, wie stark Schwitters mit Hannover und somit Bahlsen, Pelikan, der Stadtverwaltung und eben auch dem Theater verbunden war. Er hatte sich auch mit der Theorie des modernen Theaters auseinandergesetzt, selbst Stücke geschrieben. Dass er Vortragskünstler war, wissen wir spätestens aus der berühmten Aufnahme seiner »Ursonate«.

Ein eigener Beitrag beschäftigt sich mit Schwitters Merz-Bühne. Das Gesamtkunstwerk Merz-Bau gilt heute als frühe Form der Installationskunst.

Dem Band liegt ein Reprint eines von Kurt Schwitters gestalteten Programmheftes, Heft 1, Städtische Bühnen Hannover / 1929 / 1930 bei.

»Schlagkraft der Form«
Kurt Schwitters
Theater und Typografie
Herausgegeben von Isabel Schulz
176 Seiten
57 Abbildungen
Broschur mit breiten Klappen
prinzenstraße Doppelheft 17
Niedersächsisches Staatstheater Hannover 2018
ISBN 978-3-931266-16-5
13 Euro