So liest man auf einem Blatt aus einem Workshop von 2017. Beim Workshop handelt es sich um den seit 2012 jährlich stattfindenden International Letterpress Workers in Mailand. Jedes Jahr gibt es ein neues, politisch relevantes Thema zum aktuellen Workshop. Die Beteiligten stammen aus 20 verschiedenen Ländern und zur Zeit sind die Arbeiten im Museum für Druckkunst in Leipzig zu sehen.

In unserer digitalen und überpräsenten Gestaltung ist das Analoge doch nicht weg. Oft beschworen, trotzdem geblieben. Und es ist nicht nur die Faszination an der alten bleiernen Satz- und Drucktechnik, wie sie im Druckkunstmuseum so wunderbar gezeigt wird, sondern sie zeigt sich auch bei gestalteten Arbeiten. Arbeiten die im Blei- oder »Holz«satz entstanden sind. Beschränkung durch die alte Technik? Eher nicht. Manche Arbeiten erinnern zwar an die gestalterische Blütezeit der fünfziger und sechziger Jahre. Aber man bemerkt immer wieder, dass viele Ideen, die im digitalen Satz so wunderbar realisiert wurden, durchaus auf Ideen dieser Zeit beruhen. Man muss nicht gleich die Gruppe Grapus als Beispiel nehmen (die allerdings mehr mit der analogen Offsetvorbereitung zu tun hatte). Aber in der gestalterischen Praxis und besonders bei den Pressen wurden viele Ideen unter äußerst schwierigen technischen Umständen realisiert.

Und so nehmen viele Beispiele den Bezug zu dieser analogen Zeit auf, haben eine »raue Qualität« und sind in der Gestaltung oft weiterentwickelt. Und vermutlich gelingt das auch durch das analoge Machen mit einer analogen Technik, die es bald schon 500 Jahre gibt.

Die Ausstellung im Museum für Druckkunst läuft noch bis 15. November 2020.

Katalog 
From Futura to the Future 
International Letterpress Workers  
40 Seiten 
Rückstichbroschur mit umgelegten Umschlag 
Museum für Druckkunst, Leipzig 2020 
ISBN 979-3-8917257-6-6 
7,50 Euro

Gleichzeitig möchte ich auf die Ausstellung des Vereins für die Schwarze Kunst hinweisen. Bis Ende Oktober ist in der Papiermühle Homburg (Main) die Ausstellung BEEINDRUCKEND zu sehen. Gezeigt werden Arbeiten der auf der Walz entstandenen Arbeiten.

Die Walz ist eine Ausbildungsinitiative des Vereins für Schwarze Kunst, wo mittels Stipendien in einem Walz-System Handsatz und Buchdruck ausgebildet werden. Das geschieht in 17 verschiedenen Werkstätten, eine großartige Möglichkeit um die sonst verschwindenden Techniken von Handsatz und Hochdruck zu erhalten.

www.verein-fuer-die-schwarze-kunst.de