Felice Varini in der Halle 27 – © Michael Bundscherer – flickr.com

Felice Varinis Arbeiten kennen alle tgm-Mitglieder ein wenig, denn er hatte mit seinen grafischen Raum-Erweiterungen für ein Rätselraten im letzten tgm-Jahresprogramm gesorgt. Dabei passen seine »Streifen« in den Räumen recht gut zu einer strengen Typografie. Der letzte Vortrag der Saison wurde von ihm gehalten. Anhand seines schönen Internetauftritts erläuterte Varini zahlreiche Objekte aus seinem Schaffen. Varini ist eigentlich Maler. Aber schon recht früh (1978) hatte er den Zauber der sehr farbigen Räume entdeckt, die er mit rudimentären und höchst irritierenden Streifen belegte.
Ich hatte das Glück, 2002 seine umfassende Installation in Bellinzona zu sehen. Dort wurden die illusionären Streifen über den gesamten Burgberg und Teile der Stadt gelegt. Ein für mich wunderbarer und durchaus positiv »verrückter« Eindruck. Die Fragen, die sich einem nach der Sicht Varinischer Räume stellen: Ändert sich die Dimension des Raums dadurch? Sind diese Ergänzungen und – wie Varini sagt – »aufgezwungenen Skizzen« aufschlussreich?

 


Erwin K. Bauer ganz gestreift … © Michael Bundscherer – flickr.com

Doch war dieser Abend ein doppelter: Als »Double Lecture« war auch Erwin K. Bauer angekündigt mit »Orientierung und Identität – Wer bist Du – und wenn ja wie viele?«. Die Anspielung auf zeitgenössische Philosophie wurde allerdings nicht verwirklicht. Bauer sprach frei über die in seinem Büro realisierten Projekte, erzählte von der Wiener Szene und stellte die Broschüren aus seinem Büro ausgiebig vor. Beeindruckende Projekte aus dem Ausstellungsbereich und vor allem die amüsante Neuschaffung einer österreichischen Traditionsweinmarke (Saurüssel) oder die Kuratierung der Wiener Typopassage erfreuten die Zuschauer/hörer dieser Werkschau.