Samstag, 23. Februar 2013
Ine Ilg

Auch München mischt kräftig mit in der Welt des angesagten Editorial Designs: Mit ihrem DIY-Magazin CUT stellte die Münchner Grafikdesignerin Lucie Heselich ein Magazin aus dem Hause independent medien-design vor, das den Zeitgeist mit gestaltet, anstatt ihm zu folgen. Seit 2009 erscheint 2 x jährlich ein »kleiner dicker Brummer« (O-Ton Heselich) mit rund 140 Seiten namens CUT, der die gewohnte Welt verkehrt. Nach Ihrer Arbeit im Corporate Publishing für produzierende Unternehmen wie Leica, Siemens und Vitra oder Verlage wie Callwey und GU gestaltet sie nun für eine Leserschaft, die selbst produziert: Do It Yourself, Leute machen Kleider.

Eine Plattform der Selbermacher, ein Forum für Do-it-Yourself-Märkte, das sie zusammen mit Marta Olesniewicz ins Leben gerufen hat. »Wir fanden die gängigen Handarbeitsmagazine abschreckend und wollten das alte Handarbeitsimage entstauben.« Hochwertig aber nicht hochnäsig, handgemacht, aber nicht gebastelt erzählen die Münchnerinnen Geschichten über das Selbermachen, über Läden, Städte, prominente Kleiderschränke und Wissenswertes aus der Modegeschichte und enthüllen mit Making-of-Stories, Schnittmustern und Anleitungen ihr Insiderwissen einem breiten Publikum. Dank der Überredungskünste von CUT-Herausgeber und qved-Kurator Horst Moser hat Lucie Heselich es auch den Konferenzteilnehmern verraten.

Fotos: © Annika Lundkvist