Am 17. November 2020 starb kurz vor seinem 82. Geburtstag Max Vornehm in München. Mit ihm verlieren die meisten Münchner Gestalter und Verlagshersteller einen langjährigen und wertvollen Partner für Layoutsatz und Druckvorstufe. Max Vornehm wurde am 25.11.1938 in Egg (Landkreis Deggendorf) geboren, besuchte die Volksschule in Edenstetten und kurzzeitig das Gymnasium am Kloster Metten, bevor er eine Lehre als Schriftsetzer bei der Druckerei Nothaft in Deggendorf absolvierte.

Nach dem Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald startete der Setzergeselle Ende der 1950er-Jahre seine beruflichen Wanderjahre, die ihn zu Stationen bei Stürtz in Würzburg, bei den Harburger Anzeigen und Nachrichten in Hamburg und nach Langnau im schweizerischen Emmental brachten. Zurückgekehrt nach München arbeitete Max Vornehm beim Münchner Merkur, bevor er sich 1968 als Setzer selbständig machte, zuerst in einem Hinterhof in Haidhausen, dann im Handwerkerhof an der Mühldorfstraße am Ostbahnhof.

Durch den stetigen Technologiewandel in der Druckbranche hatte Max Vornehm die gesamte Entwicklung des Schriftsatzes miterlebt: Er beherrschte den Handsatz, den Maschinensatz, den Maschinensatz mit TTS-Lochbändern, den Fotosatz mit unterschiedlichen Modellen der »Linotronic« von Linotype bis hin zum Desktop-Publishing samt Filmbelichtung. In Hochzeiten der Firma arbeiteten bis zu 12 Mitarbeiter bei Vornehm!

Mit dem Umzug der Firma 2006 in den Gewerbehof Giesing in der Ständler Straße übergab Max Vornehm das Unternehmen an seinen Sohn Wilhelm. 2009 musste er sich wegen seiner fortschreitenden Parkinson-Erkrankung langsam aus dem Tagesgeschäft zurückziehen.

Dankbar erinnere ich mich an die stets gute, hilfsbereite, ruhige und immer humorvoll-verschmitzte Zusammenarbeit mit Max Vornehm vor allem während meiner Zeit als Buchhersteller im Prestel Verlag und schätzte sein großes Know-how in Sachen Kerning, Laufweite oder »schulterhohen Kapitälchen«. Bei zwei lexigrafischen Werken des Verlages, für die Satz und Bildplatzierung aus einer Filemaker-Datenbank nach Quark XPress generiert wurden, war er ein guter Begleiter im Hintergrund. Und als ich vor wenigen Jahren die Firma für die Vorstufenarbeiten bei dem zu druckenden Kreuzfahrtbericht einer älteren Münchnerin mit ins Boot nahm, bleibt mir unvergessen, dass er sich nach längerer Diskussion mit der Auftraggeberin darauf einigte, im Impressum »Korrektorat Max Vornehm, unter Berücksichtigung von Eigenheiten der Autorin« zu vermerken. Danke auch für die schönen Sommerabende im Vornehm’schen Garten!

Möge er uns in guter Erinnerung bleiben! »Gott grüß die Kunst«, lieber Max!