Ein Buch voller Logos, aber für was? Mit fast 800 kräftigen Seiten wie ein Telefonbuch, alphabetisch geordnet. Aber wann sucht ein Gestalter, der vergleichen möchte, schon einmal Logos unter beispielsweise L?
Das Rätsel löst sich wenn man in den Texten liest. Der Autor Ludovic Houplain ist trunken vor Logobegeisterung und auch Mitverursacher eines sogar prämierten Kurzfilms »Logorama« (2009).  (http://vimeo.com/12026956). Der Film ist wirklich so, dass man nie mehr mit Logos zu tun haben möchte, grausig.


In seinem Textbeitrag »Die Welt als Marke und als Logo« meint der Philosoph und Soziologe  Gilles Lipovetsky dass wir täglich mit ca. 1200 Logos in Kontakt kommen. und spricht von einer Markenkultur in einer Ära des Brandings. Weiter:  »Markenerwerb genügt nicht länger dem sozialen Druck, sondern dem persönlichen Lustbedürfnis«. Oder: »Symbole, die oft mit kommerzieller Aggressivität verbunden werden, bereiten ästhetisches Vergnügen«. Und das geht so weiter und gipfelt in »Logos bieten Halt bei der Suche nach Lebensqualität«. Und: »… die Kultur der Marke [erringt] unweigerlich die Herrschaft über den Planeten«. Damit sind wir keineswegs einverstanden. Es kann nicht sein dass Welt und Kulturen auf Etiketten reduziert werden. Das wäre ein dem Kapitalismus zusprechendes Untertanenverhalten.

Logobook
Ludovic Houplain
Flexicover mit Daumenregister, 776 Seiten,
Taschen GmbH Köln, 2013
39,99 Euro
ISBN 978-3-8365-3413-0