Ein neues Buch zur Lesbarkeit? Erst erschrickt man. Ist so viel schon wieder erforscht worden seit 2009 Gerard Ungers Buch »Wie man‘s liest« erschienen ist? Doch Entwarnung, es war nicht so viel und hier geht es um eine l zum Thema Typografie und Lesbarkeit.

Doch diese Arbeit hat Handbuchcharakter, hat viel an Wissen zusammengetragen und ist ganz ausgezeichnet gestaltet. Obwohl die Textschrift nach den Lesbarkeitskiterien für Leser ja eigentlich zu groß wäre. Da es aber meistens relativ kurze Abschnitte von Lesetexten sind funktioniert das trotzdem. Doch bei mehrseitigen Texten kommt man schon an die Ermüdungsgrenze. Vielleicht ist diese Demonstration gewollt?

Inhaltlich ist das Buch in drei Teile eingeteilt: Lesen, Forschen und Gestalten. Im Teil »Lesen« werden die Erkenntnisse der Lesbarkeit knapp und plausibel erklärt. Dabei gleichen die Doppelseiten eher Schautafeln als Buchseiten. Unter »Forschen« gibt es einen Extrakt an Einflussfaktoren, Methoden und deren Resultate.

Im Teil »Gestalten« werden die Probleme der Lesbarkeit von Schrift und Typografie erläutert. Da geht es von x-Höhe bis zur Sprachanpassung und es sind Grundlagen und Voraussetzungen, die für eine einigermaßen anspruchsvolle Gestaltung mit Typografie unerlässlich sind.

Jan Filek
Read/ability
Typografie und Lesbarkeit
200 Seiten,
Broschur mit umgelegtem Umschlag,
60 Abbildungen,
186 × 244 mm
Niggli Verlag, Sulgen 2013
38 Euro
ISBN 978-3-7212-0879-5