Der Stankowski-Preis 2015 ging an den Designer Kilian Stauss, der seit (nun schon) einem Jahr Vorsitzender der tgm ist. Deshalb ist das Buch, das zu diesem Anlass die Stankowski-Stiftung herausbrachte, besonders interessant. Es zeigt, dass Stauss nicht nur Produktdesigner ist, sondern auch eine starke Beziehung zur Typografie hat und auch zeigt.


Das Buch enthält verschiedene Arbeitsbereiche von Stauss, die bisweilen in die Architektur ragen. Für eine Ausstellung in der Münchener Villa Stuck wurden beispielsweise Portale interpretiert, die einzelnen Gestaltern und Künstlern entsprechen könnten, z.B. so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie William Morris, Giovanni Segantini, Louis Comfort Tiffany, Theo van Doesburg oder Max Ernst.

Für Typografen besonders interessant ist, das Leit- und Orientierungssystem des ehemaligen Olympischen Dorfes in München. Das Dorf wurde kürzlich renoviert. Otl Aichers Team-Arbeit bleibt hierbei in Erinnerung.

Die Buchgestaltung dieses Buches lebt von den sehr schönen Farben, die Stauss verwendet. Die Bilder sind gut bearbeitet und das Ganze wurde bei Kösel vorzüglich gedruckt und gebunden. Raster und Typografie sind eher rigide und man wird vielleicht an die hfg ulm erinnert. Der Rauhsatz der sehr schmalen Spalten ist sorgfältig bearbeitet. Insgesamt ein sehr schönes Buch. Bisweilen könnte man an der Mikrotypografie noch etwas weiter arbeiten.

Kilian Stauss
Stankowski Stiftung (Hrsg.)
Prozesse formen
kunst + design preisträger der stankowski stiftung 2015
200 Seiten
45o Abbildungen
Birkhäuser Verlag, Wien 2015
ISBN 978-3-0356-0416-0
39,95 €