Ein äußerlich unscheinbares kleines Buch, das Textbuch sein will, aber beim Satzspiegel eine »Nullvariante« zeigt. Der Satzspiegel steht einfach mittig. Jedoch der Inhalt: Sechs hochkarätige Gespräche, die der frühere Chefredakteur der Zeitschrift »form + zweck« geführt hat. Das reicht bis in die achtziger Jahre zurück.


Die Gespräche finde ich deshalb so interessant, da sie gut in das zur Zeit sehr diskutierte Thema der Verantwortung in der Gestaltung passen. Wenn Petruschat beispielsweise mit Axel Kufus spricht, wie man etwas einfacher machen kann. Oder 1997 mit Joseph Weizenbaum über das Verschwinden des Computers. Und ganz zu heutigen fast inflationären Themen sagt Petruschat zur Frage von Linda Kontny und Lea Waidmann, ob Theorie unser Einkommene (das der Designer) rettet: »Theorie soll, bezogen auf eine Profession, zuallererst die Funktion, die Wirksamkeit dieser Profession aufklären …« »Designer sollen zeigen können, was alles »Mist« ist in dieser unserer globalen Realität …«.

Die Gespräche hatte Petruschat größtenteils in seiner Zeit als Chefredakteur geführt.form + zweck war jene Zeitschrift über deren Gestaltung man gestaunt und geredet hatte, leider führten der viel zu kleine Schriftgrad der Texte dazu, dass die Zeitschrift wohl weniger gelesen wurde. Das trifft aber auf das vorliegende Buch nicht zu.

Jörg Petruschat
Design Talks
Gespräche zu Design, Technologie und Kultur
112 Seiten,
125 x 205 mm
Paperback
form+zweck, Berlin 2015
ISBN 978-3-935053-83-9
9,90 Euro