Stefan Behling vom Büro Norman Foster – © Michael Bundscherer – flickr.com


Im überfüllten großen Saal im Haus der Architektur sprach Stefan Behling vom Büro Norman Foster, London innerhalb einer Kooperation zwischen tgm und der Bayerischen Architektenkammer. »Zukunft bauen« hieß der Vortrag und es ging vor allem um die im Bau befindliche Stadt Masdar und dabei um eine ganz neue Dimension des Städtebaus.

Drei Maßstäbe zur Nachhaltigkeit – Mikro, Gebäude und Stadt – verlangen eine »obsessive Detailarbeit«. Viele Probleme des Bauens und der Energie werden hier vielleicht mustergültig realisiert. Dabei wird auf die Gegebenheiten der Landschaft Wüste und auch auf die kulturelle Tradition des Landes Rücksicht genommen. Und Behling erwähnte fast stolz das Beispiel, dass im von Foster erbauten Hochhaus der Commerzbank in Frankfurt durchaus die Fenster geöffnet werden können (was er auch an diesem heißen Abend für den Saal im Haus der Architekten empfahl).

Er pries die Schönheit einer Stadt wie München. Doch entstünden in Städten anderer Erdteile ganz andere Zwänge, die intelligent gelöst werden müssten. Vieles spräche gegen den Individualverkehr heutiger Technik. Der Energiebedarf amerikanischer Städte ist fast grenzenlos, die weltweit größten Verkehrsstaus gibt es mittlerweile in China. Wind und die Durchlüftung einer Stadt sind wichtiger als die formale Gestaltung. Die geht allerdings in Masdar eine Symbiose zwischen der fortgeschrittenen Moderne und der Tradition mit gründlich erkundeten Arabesken ein. Insgesamt ein aufwühlender Abend weil es um die Zukunft unserer Welt ging!

Im Vorprogramm stellte Daniel Perraudin seine Schrift Parka vor. Um sich abzuheben hatte er zuvor ähnliche Schriften analysiert und sich auch »zum Ziel gesetzt, wo er nicht hin will«. Dadurch entstanden recht individuelle Formverbindungen und Formkontraste (oben rund, unten abgekantet). Die Schrift gibt es auch schon beim Fontbureau.