Mit zwölf inhaltlichen Themen zur Inkunabelzeit wird hier ein Mix aus Schaubuch und Aufsatzband vorgestellt. Schaubuch wegen des größeren Buchformats und Aufsätze wegen der klaren Thementrennungen. Wobei Typografie und Satzspiegel den Bedingungen angenehmer Lesbarkeit folgen.

Die Themen mögen den Typografen aus der Buchgeschichte fast alle bekannt sein. Vorausgestellt wird eine Zeittafel und bereits die Einleitung gibt einen guten Überblick zu den einzelnen Materien. Und die beginnen mit Prototypografen, was mit den Ablassbriefen der Gutenbergzeit startet. Großformatige und gut gedruckte Bilder begleiten die einzelnen Aufsätze. Die Vernetzung der frühen Druckbranche (und ihr erheblicher deutscher Anteil) werden immer wieder erwähnt. Die Kapitel kann man auch als knapp gehaltene Einführungen oder Überblicke der Themen sehen. So geht es unter anderen um Stempelschneider, erste Kursivschriften, die ersten Typografinnen, frühe Buchillustrationen, die Mehrfarbigkeit im Druck, Druckermarken, Titelseiten und noch viel mehr. Umfangreiche Anmerkungen verraten den wissenschaftlichen Ansatz. Die Texte sind jedoch in klarer Sprache geschrieben und übersetzt.

Eine lohnenswerte Ergänzung, aber auch eine lebendige Einführung in die Vielfalt, die mit der Erfindung des Buches verbunden war.

John Boardley
Die Erfindung des Buchs
Zwölf Innovationen der frühen Druckgeschichte
Aus dem Englischen von Gisella M. Vorderobermeier
192 Seiten mit 70 Abbildungen
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2020
48 Euro
ISBN 978-3-534-27123-8