Wir sind zu Besuch in der Galerie Bender und verblüfft, dass die Galeristin Renate Bender über Jahrzehnte hinweg einen gewachsenen Künstlerstamm vertritt, der sich intensiv mit der Farbe Schwarz beschäftigt. Leider ist Frau Bender an diesem Abend verhindert und wir erhalten das Angebot von ihr, den tgm-Besuch »in Eigenregie« vorzubereiten und gestalten. Das Glück ist mit uns: Künstler Raphael Grotthuss aus München, kurzfristig von uns kontaktiert, erklärt sich bereit, an diesem Abend vor Ort persönlich einen genauen Einblick in seine Arbeit zu geben. Ich führe ein Gespräch mit ihm dazu, als es so weit ist.

Raphael Grotthus’ Ausstellungsbeitrag ist ein Papierbild, eigentlich mehr ein Papierobjekt. Seine Papierobjekte entstehen im »Papierwerk Glockenbach«, das er zusammen mit Annamaria Leiste führt. Er verwendet Flachsfasern, die extrem reißfest sind, und diese werden mit Pigmenten versetzt und dann mit einer Sprühpistole auf Glasplatten gesprüht. Beim von ihm ausgestellten Objekt faszinieren uns die drei nebeneinander stehenden rechteckigen Flächen – eine davon ist abgebrochen – in einem tiefen Schwarz. Das Pigment Spinellschwarz ist für die Farbgebung verantwortlich und die Flächen sind für unser Auge scheinbar undurchdringlich.

Mir gefallen die Künstler Peifer & Kreutzer besonders; sie beschäftigen sich mit kinetischer Kunst in Form von bewegten Klanginstallationen. Die Arbeit »Black Fur(r)y« hält mich sehr gefangen und ich möchte gerne das Fell berühren, das die Arbeit umgibt.

Monika Lokau stellt unter anderem die Arbeit von Pierre Soulages vor, den sie sehr schätzt und der mit einer kalligrafischen Arbeit vertreten ist. 

Wir freuen uns alle sehr, dass Monika Lokau diesen Abend initiiert hat und sind gespannt darauf, bei einem künftigen Besuch der Galerie Bender mit den attraktiven Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst mit minimalen, monochromen und konkreten Ausdrucksformen Frau Bender persönlich kennenzulernen. 

Die Exponate zeigt auch der Ausstellungskatalog »Black is Beautiful«. Dieser ist kostenlos in der Galerie oder hier digital erhältlich.

Text: Helga Schörnig
Fotos: Andreas Sebastian Müller