Vortrag

Die Neue Amerikanische Schule
Eine Generalprobe
Olaf Leu


»Gut gebrüllt, Olaf!« Der im Sternzeichen des Löwen geborene Olaf Leu ist ein Freund der klaren Worte, der deutlichen Ansage – nicht nur in Sachen Typografie und Grafik-Design. Er setzt sich ein, frotzelt, ist laut. Mit seinen Provokationen eckt er an. Dabei steckt in diesem großen Gestalter der Nachkriegszeit ein überaus sensibler, äußerst mitfühlender Mensch. Der genau diese Fähigkeit nutzt, um gemeinsam mit seinen Auftraggebern immer wieder tiefgründige und überraschende, international vielfach ausgezeichnete Arbeiten zu entwickeln. Jahrzehntelang war er DER Mann des bildbetonten Datums, der Kalender in Deutschland. Später wurde er als Leiter des Prüfsegments Optik im Jahreswettbewerb »Die besten Geschäftsberichte« des manager magazins zu DEM Mann der Geschäftsberichte.
1964 hat sich Olaf Leu aufgemacht und die Welt außerhalb Nachkriegsdeutschlands erkundet. Insbesondere in den USA hat er eine ganz andere Art des kommunikativen Denkens entdeckt, die erst 1979 mit dem Titel »Die Neue Amerikanische Schule« versehen wurde. In seinem Vortrag spürt Leu Inspirationsquellen seiner und der Arbeit von Generationen von Gestaltern nach. Anhand von 305 Beispielen, ausgewählt aus über 25.000 vom ADC of NY, dem TDC of NY und der AIGA ausgezeichneten Werken entsteht ein neues Bild kontunierlicher Entwicklung von den amerikanischen Quellen bis zum internationalen Delta.
Der charismatische Botschafter herausragender typografischer Qualität – auch als langjähriger Chairman des Deutschen Komitees des Type Directors Club of New York und Deutschland-Sekretär des International Center for Typographic Arts – wird teilhaben lassen am Entstehen seiner Gedanken im Stil einer Generalprobe: weit gediehen, noch nicht ganz fertig, damit eben auch an-greif-bar.
Entsprechend sei auch darauf hingewiesen, dass nach GSG Art. 5 Nr. 3 das Rauchen auf der Bühne erlaubt ist, wenn es als Teil der Darbietung Ausdruck der Kunstfreiheit ist.



Referent
Der 1936 geborene Olaf Leu ist gelernter Schriftsetzer. Die Tätigkeit als Typografischer Gestalter im künstlerischen Atelier der Bauerschen Gießerei hat ihn nachhaltig geprägt. Als Assistent des Creative Directors in der Hanns W. Brose Werbeagentur erweiterte er seine Fähigkeiten in die Kommunikation und Werbung. 1959 machte er sich als Grafik Designer und Art Director selbstständig. 1971 gründete er das Studio Olaf Leu Design in Frankfurt, das bis 1991 existierte. Einer der Schwerpunkte Leu’s lag in der Gestaltung von Kalendern – bei weitem nicht nur für die Farbenfabrik Schmidt ... so dass Hermann Pfeiffer ihn zum »Kalendermacher der Nation« erklärte. Seit 1991 ist er vorwiegend international tätig, z.B. Referent des Goethe-Instituts sowie als gefragtes Jurymitglied. Er hielt Vorträge und Seminare in Europa, Süd- und Nordamerika, Indien, Australien und Neuseeland.



Dienstag, 20. April 2010; 19:30 Uhr

Halle 27, Kochan & Partner,
Hirschgartenallee 27 Rgb.,
80639 München


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